Wetterabhängige Werbung schalten: So geht’s!

Der Einfluss des Wetters auf den E-Commerce

Der Erfolg im B2C-E-Commerce hängt von vielen Faktoren ab: ein oft entscheidender Faktor ist das Wetter. Dennoch wird das Wetter im Marketing oft eher halbherzig behandelt. Es ist zwar nicht so, als kümmerte sich keiner drum: Wenn die Umsätze am Vortag zu gering waren, muss oft das “schöne Wetter” als Begründung herhalten, weil dann niemand zu Hause vor dem Monitor bleibt und online einkauft. Dennoch wird dieser Faktor im Marketing tendenziell etwas “grobmotorisch” angegangen, obwohl das nicht so sein müsste.

Hier ein Beispiel dafür, was oft der Status Quo bei Werbeaktionen ist und was wir eigentlich draus machen könnten:

Der Status Quo

Mieses Wetter. Und innerhalb der nächsten paar Tage wird sich das bestimmt nicht so schnell ändern. Der Bikini-Werbebanner, den Karin online sieht, entlockt ihr zwar ein müdes Lächeln und ihr Kopfkino entführt sie kurz in den nächsten Strandurlaub, als sie sich im Shop durch die neue Bikinikollektion klickt, aber zum Kauf will sie sich bei dem trüben Wetter nicht entscheiden.

Und was wir eigentlich daraus machen könnten

Dazu muss ich weiter ausholen: Karin wohnt in Freiburg im Breisgau, einer der sonnenreichsten Städte Deutschlands. Die Wettervorhersage besagt zwar, dass das Wetter sich in den nächsten zwei Tagen nicht wesentlich bessert, aber zum Wochenende hin sind sommerliche 30 Grad und mehr zu erwarten. Und wir wissen das auch. Woher? Durch eine Schnittstelle zwischen unserem Adserver und einem Wetterdienst.

Dadurch können wir wetterabhängige Kampagnen schalten: User in Schönwetterregionen sehen eine andere Kampagne als User in Schlechtwetterregionen. Die Schönwetterkampagne wird dann in der Region ausgeliefert, in der unsere Produkte bei schönem Wetter besser verkauft werden können, und alle übrigen User sehen andere Kampagnen.

So können wir z.B. eine Kampagne für User wie Karin erstellen, die sinngemäß folgende Inhalte kommuniziert:

  1. Nicht vergessen: Am Wochenende wird es sommerlich heiß in Freiburg.
  2. Hier im Shop gibt es die perfekten Bikinis (oder Sandalen / Picknickaccessoires / Grillutensilien), ohne die man diesen Sommer einfach nicht leben kann!
  3. Und: Damit auch alles pünktlich vor dem Wochenende ankommt, ist heute der Expressversand ohne Aufpreis möglich (ab X € Warenwert nach Retoure, denn wir wollen ja keine Verluste machen). 😉

Woher kann man Wetterdaten beziehen?

Beispielsweise über die OpenWeatherMap. Das ist ein Dienst, über den man via API regionale Wetterinfos beziehen kann: aktuelle Wetterdaten, historische Daten und Wettervorhersagen für bis zu 16 Tage im Voraus.

Hier z.B. die Daten, die zu Köln dort verfügbar sind:

Wetter-API

 

Die Wirkung

Merken Sie, wie ein und derselbe Artikel durch die neue Kommunikation plötzlich viel attraktiver wird?

Wir können hier in diesem Beispiel Emotionen ansprechen.

Wir können bei Karin einen Bedarf wecken.

Wir kommen weg von der Preiskommunikation und können ihr einen Mehrwert verkaufen.

Bei uns bekommt Karin das Gesamtpaket: den passenden Bikini zum definitv bevorstehenden Sommerwetter und das alles auch noch rechtzeitig. – Ein fantastisches Angebot, oder? Ihre Hemmschwelle, einen Bikini zu kaufen, wird bei dieser Kampagne wesentlich geringer als vorher sein.

Was könnte man noch alles mit einer Wetter-API anstellen? Bestimmte Urlaubsziele gezielter bewerben, Gebote in AdWords bei schlechtem Wetter anpassen, Enteisungsspray kurz vor dem ersten Frost bewerben u.v.m. Da sind Sie sicherlich erfinderisch.

Ich freue mich über Feedback!

Bildquelle: biloba / photocase.de

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Veröffentlicht am 10. Juni 2015 unter Kundengewinnung, Marketingkommunikation

Über den Autor

Sonja Bacht (geb. Gottschalk) ist freiberufliche Beraterin für effizientes Marketing und profitable Online-Geschäftsmodelle. Sie ist Diplom-Kauffrau mit den Schwerpunkten Marketing, Medienmanagement und Wirtschaftspsychologie. Davor hat sie bei Unternehmen wie z.B. SUPER RTL oder C&A Erfahrungen in verschiedenen Managementpositionen in den Bereichen Online Marketing, Online Product Management, Business Development, Beratung, Country Management und Marketingleitung gewonnen.

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