EPC-Rechner: Wann lohnt sich ein Partnerprogramm für Affiliates?

Viele Affiliates suchen sich ihre Merchants nach inhaltlichen Gesichtspunkten aus und stellen per Trial-und-Error-Verfahren fest, ob sich die Partnerschaft lohnt. Sicher ist die thematische Nähe der Angebote des Merchants zur Affiliate-Webseite immer eine Grundvoraussetzung, dennoch gibt es ein paar Orientierungshilfen, die das Affiliate Business leichter planbar machen. Dazu gehört z.B. der EPC bzw. der EPHC.

EPHC-Berechnung

Der EPHC steht für “Earnings per 100 Clicks” und beschreibt, wie viele Provisionen die Affiliates eines bestimmten Merchants im Durchschnitt für 100 generierte Klicks auf dessen Werbemittel erhalten. Der EPC steht für den Betrag, den Affiliates durchschnittlich für einen Klick erwarten können. Da es sich bei Letzterem oft nur um Cent-Beträge handelt, ist der EPHC eine Kennzahl, mit er es sich leichter rechnen lässt. Oft wird der EPC auch als Synonym für den EPHC verwendet. Man erkennt dann i.d.R. an seiner Höhe, um welche Kennzahl es sich handelt.
Nicht alle Affiliate-Netzwerke oder Merchants weisen einen EPC bzw. einen EPHC aus. Bei zanoxBelboonCommission Junction oder Tradedoubler findet man die Angabe eines EPC jedoch für die meisten Programme. Hier z.B. ein Beispiel der Top-Programme bei CJ kurz vor Weihnachten:

Häufig wird hier zwischen einem 7-Tage-EPC und einem 30-Tage-EPC oder einem 3-Monats-EPC unterschieden. Erscheint ein Programm auf den ersten Blick nicht lukrativ, lohnt es sich oft, den EPC im Auge zu behalten, um das Affiliate Programm evtl. in Zeiten zu bewerben, in denen der EPC ansteigt. Bei vielen Programmen mit saisonalen Angeboten ist das der Fall.

Einflüsse auf die Höhe des EPC

Die folgenden Faktoren wirken sich positiv auf die Höhe des EPC aus:

  1. Die Produktpreise: Hochpreisige Angebote bieten generell bessere Chancen auf einen hohen EPC.
  2. Die Produktvielfalt: Kunden kaufen generell mehr bei höherer Diversifikation im Shop des Merchants. Wer z.B. kurz vor Weihnachten ein Buch bestellt und ohnehin auf der Suche nach einem pasenden Technik-Präsent ist, wird wahrscheinlich zunächst bei Amazon.de nach beidem suchen, um Versandkosten zu sparen.
  3. Die Conversion Rate Klar.
  4. Der inhaltliche Fit von Angebot und Zielgruppe: Wie zu Anfang erwähnt, wählen die meisten Affiliates die Programme nach diesem Kriterium aus, denn das tollste Angebot erzielt bei der falschen Zielgruppe keine Sales.

Der optimale EPC

Wie hoch muss nun der EPC sein, damit es sich aus Affiliate-Perspektive rentiert, an einem Partnerprogramm teilzunehmen?
Das hängt ganz einfach davon ab, wie viel von den Provisionen nach Abzug der Kosten übrig bleibt, die durch die Bewerbung des Programms anfallen. Wenn ich als Affiliate ein Programm mit Google AdWords bewerben will, muss mein EPC logischerweise größer sein als mein CPC bei Google AdWords. Ansonsten mache ich Verluste oder komme bei Null raus.
Wenn man also über die Teilnahme an einem Partnerprogramm nachdenkt, ist der im Netzwerk angegebene EPC eine gute Hilfe bei der Entscheidung für oder gegen ein Programm. Dabei sollte man allerdings nicht außer Acht lassen, dass dieser Wert meistens über alle Affiliates hinweg berechnet wird, so dass er im Einzelfall durchaus höher sein kann – oder niedriger. Daher dient der ausgewiesene EPC immer nur als Richtwert. Langfristig sollte man als Affiliate regelmäßig die EPCs seiner Merchants auf individueller Ebene auswerten und sie miteinander vergleichen, um zu überprüfen, ob die Bewerbung eines Programms sich wirklich lohnt.

Um Ihnen Letzteres zu erleichtern, finden Sie im Folgenden ein Tool zur Berechnung des EPC, mit dem Sie die Rentabilität eines Partnerprogramms in Abhängigkeit von bestimmten Marketingmaßnahmen grob bewerten können. [Beim Rechner stammt allerdings nur die Idee und nicht die – um einiges aufwändigere – Umsetzung von mir: Vielen, vielen Dank für deine Hilfe, Stefan!]

Online-Berechnung des EPC

EPC-Berechnung Suchmaschinenmarketing
Klicks:  ? EPC:  �
Provisionen:  � CPC:  �
EPC:  � CTR:  %
EPHC:  �
 ohne Landingpage
 EPC in die unteren Berechnungen übernehmen CPL:  �
Display Advertising SEO und weitere Kanäle
EPC:  � EPC:  �
TKP:  � Kosten:  �
CTR:  % Leads:  ?
CPL:  � CPL:  �

Anleitung und Erklärung

  • EPC-Berechnung: Tragen Sie hier einfach die generierten Provisionen und die Klicks ein. Der EPC kann dann auf Wunsch in die folgenden Berechnungen übernommen werden.
  • Suchmaschinenmarketing: Hier können Sie ausrechnen, ob ein Programm auch dann noch rentabel ist, wenn Sie es über SEM bewerben. Setzen Sie bitte in Abhängigkeit davon, ob Sie direkt von den Suchanzeigen in den Shop des Merchants verlinken oder eine Landingpage zwischengeschaltet haben, das Häkchen. Dann wird der CLP (= Cost per Lead) mit Ihrem EPC verglichen.
  • Display Advertising: Hier wird anhand Ihrer durchschnittlichen Klickrate überprüft, ob das Display Advertising zu einem bestimmten TKP bei Ihrem EPC rentabel ist.
  • SEO und andere Maßnahmen: Hier wird der EPC ebenfalls mit dem CPL der jeweiligen Maßnahme verglichen.

Da das mein erster Post im neuen Jahr ist, möchte ich noch schnell die Gelegenheit nutzen und Ihnen allen ein frohes & gesundes neues Jahr und privat wie beruflich viel Erfolg für 2011 wünschen!

Veröffentlicht am 5. Januar 2011 unter Kundengewinnung, Marketing Management, Marketingkommunikation, Strategieplanung

Über den Autor

Sonja Bacht (geb. Gottschalk) ist freiberufliche Beraterin für effizientes Marketing und profitable Online-Geschäftsmodelle. Sie ist Diplom-Kauffrau mit den Schwerpunkten Marketing, Medienmanagement und Wirtschaftspsychologie. Davor hat sie bei Unternehmen wie z.B. SUPER RTL oder C&A Erfahrungen in verschiedenen Managementpositionen in den Bereichen Online Marketing, Online Product Management, Business Development, Beratung, Country Management und Marketingleitung gewonnen.

Kommentare (4)

  1. Andy
    8. April 2011 at 10:44 · Antworten

    vielen dank für den rechner. kann ich bei einigen meiner projekte gut gebrauchen…aaaber: in der regel bewerte ich affiliate-programme daran, wie hoch der verdienst pro 100 besucher auf MEINER seite ist, da ich ja nicht zu jedem merchant die gleiche CTR habe. wenn ich z.B. bei einem link erwähne “kaufen sie blabla bei Amazon”, ist die CTR höher, da die leute amazon kennen und vertrauen, also wenn ich “kaufen sie blablabla bei noname” verlinke. der EPC bei “noname” könnte auf grund einer besseren vergütung durchaus höher sein, aber durch die niedrigere CRT im vergleich zu amazon, im gesamt vergleich dennoch niedriger… man sollte also (meiner meinung) immer beide werte im auge behalten!

  2. Beauty Doc
    5. Juni 2011 at 23:24 · Antworten

    Vielen Dank für den Rechner. Als zusätzliches Tool, um bei ähnlichen Angeboten das Bessere auswählen zu können, ist der Rechner sicher gut. Doch ich gebe Andy Recht, dass der Rechner nur dann wirklich zur Entscheidungsfindung beitragen kann, wenn es sich um vergleichbare Angebote handelt (Brand vs. Brand / NoName vs. NoName).

  3. Michael
    24. September 2013 at 14:26 · Antworten

    Hallo,

    wenn ich es richtig verstanden habe, dann setzt sich der EPC folgendermaßen zusammen: Gesamtprovision eines Merchants / Klicks!

    Frage: Geht die Stornoquote und die Conversion Rate garnicht in die Berechnung des EPC hinein?

    Grüße Michael

    • Sonja Gottschalk
      17. Dezember 2013 at 23:31 · Antworten

      Hi Michael,
      indirekt fließt beides mit ein.
      Die Conversion Rate: Dein Merchant hat einen durchschnittl. Warenkorbwert von 100 Euro. Wenn er eine C/R von 5% hat, liegt der EPC bei 5 EUR. Bei einer C/R von 0,2% liegt der EPC bei 20 Cent. Das bedeutet: Je besser die C/R, desto höher ist auch der EPC.
      Die Stornoquote: Viele Stornos senken den EPC. 100 Klicks, die 1000 EUR an “unbestätigten” Provisionen einbringen, ergeben zunächst mal einen EPC von 10 EUR, wenn es keine Stornos gibt (wenn die Stornoquote 0% ist). Ist die Stornoquote 50%, dann bleibt nach Stornierung der einen Hälfte und nach Bestätigung der anderen Hälfte der Sales nur noch ein EPC von 5 EUR übrig. Ist die Stornoquote also hoch, ist auch der EPC nicht berauschend. 😉

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